Make Noise Bruxa trifft das Biest: Monophone Patch-Experimente

3. September 2026

MILES

Make Noise Bruxa trifft das Biest: Monophone Patch-Experimente

Im Make Noise Video steht Bruxa – der geheimnisvolle monophone Signalprozessor – im Mittelpunkt und trifft auf seinen maximalistischen Cousin N.U.S.S. Gezeigt wird, wie sich diese beiden unterschiedlichen Charaktere in einem gemeinsamen Patch verbinden lassen, wobei Jumbler und Multi-Mod für Bewegung und Modulationsmagie sorgen. Das Ergebnis ist eine lebendige Erkundung von Bewegung, Filterung und rhythmischer Mutation, ganz im experimentellen Geist von Make Noise. Wer sich nach wandelbaren Klangtexturen und Echtzeit-Patching sehnt, bekommt hier einen Einblick, wie Designgrenzen zu kreativen Lösungen führen.

Bruxa: Monophone Majestät

Bruxa wird als einzigartig charaktervoller monophoner Signalprozessor vorgestellt und steht in der Tradition von Make Noise, Module mit aufwendiger Schaltung für einen fokussierten Zweck zu bauen. Wie der verwandte Strega ist Bruxa kompromisslos mono – nicht aus Versehen, sondern aus Designabsicht und technischer Notwendigkeit. Diese Einschränkung prägt den gesamten Patch-Ansatz im Video und bestimmt, wie Klangquellen geroutet und bearbeitet werden.

Anstatt sich auf mehrere Kanäle zu verteilen, bündelt Bruxa alle Ressourcen auf einen Signalweg. Das Ergebnis wird als „majestätische Schönheit“ beschrieben, selbst wenn die Klänge ins Raue oder Schräge abdriften. Damit ist die Bühne bereitet, um zu zeigen, wie Mono- und Stereowelten im Make Noise-Ökosystem aufeinandertreffen.

Brusa uses a whole lot of circuitry to process a single signal.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Das Biest zähmen: Bruxa und N.U.S.S. im Zusammenspiel

The new universal synthesizer system is a multi-channel stereo maximalist monstrosity.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Das Video wechselt rasch von der Theorie zur Praxis und zeigt, wie Bruxas monophone Natur mit dem multikanaligen, stereo-fokussierten Universum von N.U.S.S. – dem sogenannten „maximalistischen Monstrum“ – koexistieren kann. Die Herausforderung und der Reiz liegen darin, beide so zu patchen, dass sie sich ergänzen statt zu konkurrieren. Der Patch beginnt mit Multi-Wave als Signalquelle, die durch einen einzelnen QXG-Kanal geführt wird, wobei Polymaths zunächst außen vor bleibt. Stattdessen übernehmen Jumbler Bewegung und Verteilung.

Der Jumbler verteilt die Ausgänge von Multi-Wave und führt sie in den einzigen Eingang von Bruxa. Die Patchführung ist gezielt: Ausgänge des Jumblers gehen zu Bruxa, dessen voll-nasses Ausgangssignal dann in einen QXG-Kanal geroutet wird. Die Demo betont das sorgfältige Signalmanagement, da sich der monophone Bruxa im Umfeld der weit verzweigten Multikanal-Routings von N.U.S.S. behaupten muss. Das Monitoring erfolgt über die QXG-Ausgänge und verankert den Mono-Prozessor im Meer der Stereomöglichkeiten.

Jumbler-Bewegung und Multi-Output-Patchwork

Ein zentrales Thema im Patch ist der Einsatz des Jumblers, um Bewegung und Variation in den Signalfluss zu bringen. Durch das Drehen des Jumblers wird im Video gezeigt, wie der Patch zwischen mehreren Multi-Wave-Kanälen hin- und herscannt und so eine sich ständig verändernde Klanglandschaft entsteht. Die haptische Kontrolle des Jumbler-Knopfs übersetzt sich direkt in hörbare Bewegung und unterstreicht Make Noise’ Vorliebe für hands-on Patching.

Die Schichtung geht weiter, indem zusätzliche Jumbler-Kanäle in QPOS gepatcht werden, um separat gefilterte Signale aus dem rechten Lowpass- und linken Highpass-Ausgang zu gewinnen. Ein Dummy-Kabel verhindert dabei clever unerwünschtes Summieren der Signale und ermöglicht eine präzise Trennung der Filterwege. Diese gefilterten Signale werden dann zurück in QXG geführt, was den Patch verdichtet und zeigt, dass ein einzelner Mono-Prozessor in einer flexiblen Modularumgebung enorme Komplexität erzeugen kann.

As we rotate the jumbler, we hear it scan between these several channels of multi-wave.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Modulationswahnsinn: Multi-Mod und mehr

Ruscia filter sweeps.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Die Lebendigkeit des Patches wird deutlich, sobald die Modulationsquellen ins Spiel kommen. Multi-Mod läuft in einer gesleewten Zufallsform und bringt unvorhersehbare Bewegung in die Parameter. Ein führender Clock-Impuls – geliefert vom End-of-Cycle-Gate von Maths und verteilt über den Big Bus – sorgt für rhythmische Struktur, clockt sowohl Multi-Mod als auch Tempi und aktiviert Multi-Wave. Diese vernetzte Clocking-Architektur garantiert, dass der Patch in koordinierten Pulsen schwingt, auch wenn die Modulationsformen organisch und unvorhersehbar bleiben.

Die Tonhöhensteuerung erfolgt, indem ein weiterer Maths-Kanal, abgeschwächt für mehr Feingefühl, in den Volt-per-Octave-Eingang von Multi-Wave geführt wird. Die resultierenden Tonhöhen sind zunächst unquantisiert, bis der Scale-Quantizer aktiviert wird – so kann das System per Knopfdruck von Chaos zu Ordnung wechseln. Das Video weist darauf hin, dass bestimmte Features wie der Custom Scale Quantizer von der Firmware-Version abhängen – ein Hinweis, die Module gegebenenfalls zu aktualisieren.

Kreative Workflows: Echtzeit-Mutation

Die zweite Hälfte des Videos konzentriert sich auf Echtzeit-Manipulation und den kreativen Workflow, den dieser Patch ermöglicht. Modulationsquellen – Multi-Mod, Tempi und GTE – werden miteinander verwoben, um Parameter wie Jumbler-Rotation und Filterfahrten sowie rhythmische Impulse zu animieren. Die Demo zeigt, wie das Patchen des GTE-Ausgangs zusätzliche Pulse erzeugt und so die rhythmische Komplexität weiter steigert.

Flexibilität steht im Mittelpunkt: Mit den Mute-Schaltern von Tempi lassen sich rhythmische Modulationen spontan ein- und ausschalten, während verschiedene Modulationskanäle per Dummy-Kabel oder Halten von Multi-Mod gestoppt oder umgeleitet werden können. Jederzeit kann der Patch durch das Verändern der Clock-Rate, der Starttonhöhe oder des Mix-Anteils von Bruxa radikal verändert werden. Die letzten Minuten des Videos unterstreichen, dass das System von hands-on Experimenten lebt – jede kleine Änderung führt in neue Klangwelten und verkörpert Make Noise’ Ansatz des offenen, modularen Explorierens.


Diesen Artikel gibt es auch auf Englisch. Du findest ihn hier: https://synthmagazine.com/make-noise-bruxa-meets-the-beast-patchwork-mono-mayhem/
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